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Vom Ural in den Schwarzwald
Russische Wirtschaftsdelegation zu Gast bei Witzenmann
Am Freitag, den 27. April 2007, war eine Regierungsdelegation der russischen Teilrepublik Baschkortostan zu Gast bei Witzenmann in Pforzheim. Die 15köpfige Delegation mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Forschung und Wirtschaft war auf Einladung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg zu Gast in Deutschland. Ziel der fünftägigen Studienreise ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Baschkortostan auf den Gebieten Forschung, Bildung und Wirtschaft.
Die russische Republik Baschkortostan liegt im Süden Russlands westlich des Urals. Die Gegend am äußersten Ostrand Europas verfügt über Erdöl- und Erdgasvorkommen. Entsprechend gehören die petrochemische Industrie und weiterverarbeitende Branchen zu den wichtigsten Industriezweigen in Baschkortostan.
Die Studienreise der baschkirischen Delegation ist Teil des TACIS Twinning Projektes zwischen der EU und Russland. Das Projekt soll den Verwaltungsaufbau in Russland unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Wirtschaftsräumen intensivieren. Auf Einladung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums machte die Delegation aus Baschkortostan Halt in Pforzheim, um das Stammwerk der Witzenmann-Gruppe zu besichtigen. Das besondere Interesse der russischen Besucher galt dabei der Forschungskooperationen von Witzenmann mit Hochschulen, um neue Produkte und Produktionsverfahren zu entwickeln.
In Ufa, der Hauptstadt von Baschkortostan, betreibt die Witzenmann-Gruppe seit etwa drei Jahren einen Produktionsstandort. Die 30 Mitarbeiter der Witzenmann Russia konfektionieren Metallschläuche und vertreiben das Sortiment von Witzenmann in Russland. Hauptkunden sind die Stahlindustrie, der Fahrzeugbau und der chemische Anlagenbau. Die zahlreichen Raffinerien und Industrieanlagen in der Region bieten großes Potential für den Geschäftsbereich Industrie bei Witzenmann. Demnächst wird eine neue Werkshalle für die Kompensatorenfertigung und Metallbalgkonfektionierung in Betrieb genommen.
Beim Besuch bei Witzenmann in Pforzheim besichtigte die russische Delegation die Fertigungsanlagen für Metallschläuche, Kompensatoren und Metallbälge. Besonders eindrucksvoll für die Gäste war die hochautomatisierte Reinraumfertigung, wo Witzenmann Präzisionskomponenten für die Automobilindustrie und die Halbleiterfertigung produziert.
Im Anschluss an die Werksbesichtigung traf die Delegation mit der Geschäftsführung der Witzenmann GmbH zu einer Diskussionsrunde zusammen. Dr. Hans-Eberhard Koch, Vorsitzender des Landesverbands der baden-württembergischen Industrie und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Witzenmann, erklärte, der russische Markt entwickle sich derzeit sehr dynamisch. Deshalb biete Russland als Produktions- und Absatzmarkt großes Potential für die deutsche Wirtschaft. Auch Witzenmann wolle sein Engagement auf dem russischen Markt weiter intensivieren. Damit verbunden sei auch ein intensiver Know-how-Transfer. So werden beispielsweise die Mitarbeiter der Witzenmann Russia im Rahmen des gruppenweiten Qualifizierungsprogramms im Pforzheimer Stammhaus intensiv in Vertrieb und Technik geschult.
Delegationsleiterin Svetlana Andreeva, Dozentin an der baschkirischen Akademie für Staatsdienst und Verwaltung, zeigte sich beeindruckt vom großen Engagement Witzenmanns für Forschung und Entwicklung, aber auch für die gruppenweite Mitarbeiterqualifikation.